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Zum Gedenken an den Pionier Joseph E. Murray

Er war ein vielseitig begabter und interessierter Mensch. Gern hätte Joseph E. Murray zehn Leben gehabt, um als Astronom, Physiologe, Journalist im Bereich Geographie, Pianist oder Embryologe zu arbeiten. Doch zumindest in einem Bereich im Dienst der Menschheit war er ein Pionier. Er war der erste Chirurg, dem eine Organtransplantation gelang. Und für diese Pionierarbeit erhielt er 1990 den Nobelpreis für Medizin. Er war der erste Arzt, dem in den Weihnachtstagen des Jahres 1954 die erste Nierentransplantation gelang – ein Durchbruch, von dem heute noch viele Millionen Menschen profitieren, ohne zu wissen, wem sie diesen zu verdanken haben. Wir möchten an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, den Retter vieler Menschenleben einmal vorzustellen und sie darüber informieren, wie sich die erste Nierentransplantation überhaupt gestaltet hat.

Bei dieser Operation erhielt der 23jährige Richard Herrick eine Lebendspende seines Zwillingsbruders Ronald. Richard Herrick lebte nach der erfolgreichen Nierentransplantation weitere acht Jahre, bevor er an einem Herzleiden und einer Lungenentzündung verstarb. In den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts gelang Joseph E. Murray eine weitere Lebendspende einer Niere, die an einem Schwesternpaar durchgeführt wurde. Diese Operation führte der erfahrene Gewebespezialist im Jahr 1956 durch. Ab 1962 war es möglich die Abwehrreaktion der Organempfänger wesentlich besser in den Griff zu bekommen, so dass sich der Empfänger- und Spenderkreis für Organtransplantationen erweiterte. Dadurch gelang ein weiterer großer Schritt, der zur Rettung vieler Menschenleben beigetragen hat und noch heute beiträgt.

Die erste Nierentransplantation, die Joseph E. Murray durchführte, war ein mutiger Schritt, denn zu jener Zeit war die Möglichkeit Organe zu transplantieren strittig – wenn nicht sogar umstritten. Viele glaubten sogar, dass dieses Vorgehen unmöglich sein. Insgesamt 15 misslungene Versuche von Organtransplantationen waren in der wissenschaftlichen Welt bekannt geworden und auch ethische Gesichtspunkte spielten natürlich bereits in den fünfziger Jahren  in der gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskussion eine große Rolle. Der Pionier der Transplantationschirurgie Joseph E. Murray verstarb am Montag dem 26. November 2012  im Alter von 93 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Doch es gibt viele Menschen, die ihm auch nach seinem Tode für sein Engagement und seinen Mut und natürlich für das, was er für nierenkranke Menschen erreicht hat dankbar sein können. Danke Joseph E. Murray.

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